08.06.2021

Der Lehm des Scheichs

Wussten Sie dass ...

... ein leichtgläubiger Scheich aus dem Nahen Osten meinte Lehm gefunden zu haben, aus dem man Ziegelsteine herstellen konnte? Was bemerkenswert gewesen wäre, wenn man bedenkt, dass es dort keinen Lehm gibt. Sand allerdings war und ist reichlich vorhanden. Der Scheich war von der Richtigkeit seiner Behauptung überzeugt. Eines Tages stattete Albert Hermans ihm einen Besuch ab. Letzterer stammte aus Zutendaal und reiste regelmäßig geschäftlich in arabische Länder im Nahen Osten, wo er den Scheich kennenlernte. Albert Hermans verkaufte Suppe an die Mitarbeiter von Ford Genk, was ihm viel Geld eingebracht hat. Er baute seinen ersten Wohnblock im Zentrum von Zutendaal. Das war der Beginn einer erfolgreichen Karriere als Immobilienmakler. Er betrieb auch eine Sandgrube in seiner Gemeinde, die nach der Einstellung des Sandabbaus als Surfersee genutzt wurde.

Der Scheich hatte ihn überredet, einen Sack mit dem gelben und braunen Sand aus seinem Land nach Belgien zu bringen. Wieder zu Hause brachte Albert es zu seinem Freund Gaston Nelissen, der versuchen wollte, daraus Ziegelsteine zu machen. Es schien zu funktionieren. Die Ziegel hatten fast die gleiche Farbe wie die, die Nelissen aus dem Ton in ihren Steinbrüchen hergestellt hatte. Einige Muster wurden im Ausstellungsraum von Nelissen ansprechend präsentiert. Aber was stellte sich heraus? Nach ein paar Tagen gab es keine Spur mehr von den Ziegeln. Sie hatten sich in einen Haufen losen Sand verwandelt. Der sogenannte Ton des Scheichs war nicht echt. Er verwechselte Sand mit Lehm und dachte, dass man daraus Ziegel in der gleichen Qualität wie bei uns herstellen könnte.
 
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