Ein Frog ist die rechteckige Vertiefung (Mulde), die Sie auf der flachen Seite der meisten Handformverblender sehen.

Warum ist dieses Loch darin? Es ist keine ästhetische Entscheidung, sondern ein technisches Hilfsmittel:

  • Bessere Haftung: Der Mörtel verkrallt sich in der Mulde ('Keying'), wodurch der Stein bombenfest im Mauerwerk verankert wird.
  • Historische Trocknungsfunktion: Früher war der Frog für den Produktionsprozess entscheidend. Als Steine noch an der frischen Luft getrocknet wurden, sorgte die Einkerbung für eine größere Oberfläche und einen dünneren Kern, wodurch der Stein schneller und gleichmäßiger trocknete.
  • Moderne Produktion: In unseren heutigen, automatisierten Trockenkammern ist dieser Trocknungseffekt nahezu vernachlässigbar. Der Frog wird jedoch beibehalten, da er Vorteile beim Mauern bietet und das Gewicht des Steins reduziert, was die Ergonomie für den Verarbeiter verbessert.

Muss der Frog nach oben oder unten zeigen? Die goldene Regel beim Fassadenmauerwerk lautet: Frog nach oben. Das hat alles mit der Ästhetik eines Handformziegels zu tun:

  • Das 'Lächeln' des Steins: Während der Produktion wird der Tonballen mit Kraft in den besandeten Formkasten geworfen. Dadurch entsteht eine typische, unregelmäßige Falte (Narbe) auf der Sichtseite des Steins.
  • Das Ergebnis: Wenn Sie den Stein mit dem Frog nach oben legen, verläuft diese Falte in einer natürlichen, lachenden Kurve. Legen Sie den Stein umgekehrt, dann 'weint' der Stein (die Falte biegt sich nach unten). Für das schönste Schattenspiel und die richtige Ausstrahlung lassen Sie den Stein also am besten lächeln.

Haben alle Steine einen Frog? Nein, es gibt zwei wichtige Ausnahmen:

  1. Die N70-Serie: Unser schlankerer N70-Stein (±7 cm tief) ist massiv und hat keinen Frog. Da dieser Stein dünner ist als ein Standard-Waalformat, würde eine Aushöhlung den Stein zu zerbrechlich machen. Er ist von sich aus schon leicht genug.
  2. Die 'vollen' Steine (1 von 8): In einer Standardpalette Handformverblender produzieren wir etwa 12 % der Steine ohne Frog (flach).
    Warum? Diese verwenden Sie für Detailarbeiten, bei denen die Ober- oder Unterseite des Steins sichtbar bleibt, wie bei Claustra-Mauerwerk, Rollschichten über einem Fenster, Fensterbänken oder Gartenmauern. So schauen Sie niemals in eine Vertiefung.

Kreativer Tipp: Manchmal entscheiden sich Architekten bewusst dafür, den Frog sichtbar in der Fassade zu verarbeiten ('hochkant'). Dies verleiht dem Gebäude eine ganz spezifische, grafische Textur.

Wussten Sie schon? Die Form des Frogs ist oft für jeden Ziegelhersteller einzigartig. Man kann ihn daher quasi als die Handschrift des Herstellers im Stein betrachten.