Entlang der Verbindungsstraße zwischen Maasmechelen und Maastricht realisierte Drieskens en Dubois architecten die Residenz Nervi, ein Wohnprojekt mit 19 Wohnungen auf einem auffälligen, konisch zulaufenden Grundstück. Für die Fassaden fiel die Wahl auf einen nuancierten Backstein von Nelissen Ziegeleien, der dem Gebäude eine markante und zugleich raffinierte Ausstrahlung verleiht.
Die Lage an einer stark befahrenen Verkehrsachse verlangte nach einer Architektur, die sich im Straßenbild behauptet und zugleich Wohnqualität und Privatsphäre gewährleistet. Versetzte Baukörper und eine sorgfältig abgestimmte Materialwahl verankern das Projekt kraftvoll und zugleich dezent in seiner Umgebung.
Baukörper verbinden statt stapeln
„Ein massiver Baublock hätte hier schnell wie eine abweisende Wand gewirkt. Deshalb entschieden wir uns für zwei gegeneinander versetzte Baukörper mit einer zweigeschossigen Öffnung dazwischen. Dieser Eingriff verfeinert den Maßstab und schafft Freiraum im Straßenbild“, erklärt Architekt Didier Appeltans. „Gleichzeitig entsteht eine visuelle und räumliche Verbindung zu den dahinterliegenden Grünflächen.“
Das Gebäude wirkt dadurch nicht wie eine einzige geschlossene Masse, sondern wie ein Zusammenspiel von Baukörpern, die mit ihrer Umgebung in Dialog treten. Über den drei Geschossen aus Backstein wurde das Penthouse mit weißem Dekorputz als zurückgesetztes Geschoss ausgeführt. „So entsteht ein einfacher Baukörper, der sich nicht übermäßig in den Vordergrund drängt“, erläutert Didier.
Von allen Seiten gestaltet
Die Residenz Nervi wurde als allseitig gestaltetes Gebäude ohne ausgeprägte Vorder- oder Rückfassade konzipiert. Die Wohnungen sind nach Osten, Süden und Südwesten ausgerichtet und verfügen über großzügige Terrassen, die überwiegend in den Baukörper integriert sind. Das sorgt für ein ruhiges Fassadenbild und stärkt die Privatsphäre.
Das Projekt sucht gezielt den Anschluss an seine Umgebung. „Es sollte sich harmonisch einfügen und zugleich eine Verbindung zum grünen Charakter des Grundstücks herstellen“, sagt Didier. Dabei spielt die Farbpalette eine wichtige Rolle: Der nuancierte Backstein, der weiße Dekorputz des Penthouses, die Fenster- und Türrahmen aus Aluminium und das umgebende Grün bilden ein sanftes, ausgewogenes Ganzes.
Backstein Bromo bringt Nuancen in einen klaren Baukörper
Die Fassaden der Residenz Nervi wurden mit dem Backstein Bromo ausgeführt, einem ungelochten, auf fünf Seiten besandeten Backstein. Eine Läuferseite und eine Kopfseite sind mit einer weißen Engobe versehen, die den grauen Grundton um helle Schattierungen bereichert.
Bromo hat eine blasse beige-braune Erscheinung mit subtilen Nuancen. Gerade diese Schattierungen waren für das Konzept entscheidend. „Wenn man einen nuancierten Stein für einen einfachen Baukörper verwendet, entsteht ein schönes Gesamtbild. Mit einem einfarbigen Stein wäre die Wirkung zu flach und zu monolithisch geworden. Das wollten wir hier vermeiden“, erklärt Didier.
Der weiße Akzent der Engobe greift zudem den Dekorputz des Penthouses auf. „Dieses Weiß findet sich dort wieder. Das ergibt eine sehr schöne Kombination.“ Das Ergebnis ist ein kontrolliertes Zusammenspiel von Farbtönen, das den Baukörper weicher wirken lässt, ohne seine Kraft zu mindern.
Textur im Licht
Bromo zeichnet sich außerdem durch seine raue Struktur mit feinen, unregelmäßigen Adern in der Besandung aus. Diese haptische Qualität erzeugt ein subtiles Lichtspiel auf der Fassade. Je nach Blickwinkel und Sonneneinfall verändert sich die Wahrnehmung des Gebäudes.
„Aus der Ferne wirkt es homogen und kraftvoll. Aus der Nähe sieht man, wie die körnige Textur und die Farbnuancen das Licht einfangen und die räumliche Wirkung der versetzten Baukörper verstärken“, fasst Didier Appeltans zusammen.
Die Residenz Nervi zeigt damit, wie eine einfache Formensprache in Verbindung mit einer nuancierten Materialwahl zu einem Gebäude führen kann, das zugleich robust, langlebig und raffiniert ist.
Quelle: Architectura
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