Projektinformationen
Architekt
Pro6
Standort
Heerhugowaard
Baujahr
2026
Verwendete Produkte

In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs von Heerhugowaard gestaltet das Wohnprojekt 3 Kwartier das erneuerte Bahnhofsviertel Stationskwartier mit. Drei Gebäude mit insgesamt 138 Wohnungen und zwei Kindertagesstätten umrahmen einen gemeinschaftlichen Innenhofgarten. Jeder Baukörper hat seinen eigenen Charakter, doch die Fassadenarchitektur aus Backstein verbindet sie zu einem Ensemble. Architekt Marco Kramer (Pro6) wählte dafür drei Verblender von Nelissen Ziegeleien: Luce, Maranello und Forno.

Das Projekt vereint Eigentumswohnungen, Mietwohnungen und betreutes Wohnen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Architektur wider. Gebäude 1 wurde mit Luce ausgeführt, Gebäude 2 mit Maranello und Gebäude 3 mit Forno. Die unterschiedlichen Sortierungen verleihen jedem Baukörper ein eigenes Gesicht, während Backstein als gemeinsames Material für Zusammenhalt sorgt.

Die Komposition rund um den Innenhofgarten entstand während des Entwurfsprozesses. Der ursprüngliche Plan umfasste zwei Türme. Durch ein drittes Gebäude konnten die Baukörper um einen stärker geschützten Außenraum angeordnet werden. Auch der Name 3 Kwartier verweist auf diesen Aufbau und die Lage im Stationskwartier.

Natürliche Nuancen als Ausgangspunkt

Für Kramer ist Backstein weit mehr als eine Bekleidung. Das Material ist Teil der architektonischen Identität. Deshalb bevorzugt er Verblender mit einer natürlichen Ausstrahlung, in denen der Herstellungsprozess sichtbar bleibt.

„Wir mögen es, wenn sich der natürliche Prozess der Ziegelherstellung im Stein wiederfinden lässt und das Ergebnis nicht zu glatt wirkt“, erzählt Marco.

Während des Entwurfsprozesses besuchte das Planungsteam das Nelissen-Werk, um die Produktion aus nächster Nähe kennenzulernen. Im Showroom und mit digitalen Visualisierungswerkzeugen wurde untersucht, wie die verschiedenen Steine auf größeren Fassadenflächen wirken würden. Bevorzugt wurde ein Materialbild, bei dem natürliche Unterschiede sichtbar bleiben dürfen.

Eine Besonderheit ist die Verwendung einer raueren Steinseite, auf der stellenweise eine grünliche Nuance zu erkennen ist. Diese entsteht beim Brennen und verstärkt den ungeschliffenen Charakter, den der Architekt suchte.

Mauerwerk schafft Relief und Rhythmus

Sowohl die Steinwahl als auch die Verarbeitung bestimmen die Ausstrahlung von 3 Kwartier. Unterschiedliche Mauerwerksverbände, darunter der Blockverband, verleihen den Fassaden Rhythmus. Stellenweise sind die Pfeiler verstärkt und treten etwa drei Kopfbreiten aus der Fassadenebene hervor. Tiefe Laibungen bilden dagegen zurückgesetzte Akzente.

„Diese Tiefenunterschiede erzeugen Schatten und verleihen den Fassaden einen wechselnden Charakter. Die Detaillierung gliedert außerdem die größeren Fassadenflächen in kleinere Einheiten und betont die vertikale Gliederung der Gebäude“, verdeutlicht Marco.

Die Fassaden spiegeln damit seine Entwurfsmethode wider: von innen nach außen. Die Funktionen und Wohnungsgrundrisse bilden den Ausgangspunkt, bevor die innere Organisation architektonisch übersetzt wird. Die Fassaden machen Teile der dahinterliegenden Struktur bewusst ablesbar.

Für die Zukunft entworfen

Auch die lange Lebensdauer und der geringe Wartungsbedarf von Backstein spielten bei der Materialwahl eine Rolle. Kramer möchte Gebäude entwerfen, die bei der Fertigstellung überzeugen und ihre Qualität auch Jahre später bewahren.

„Wir möchten hier in zwanzig Jahren noch vorbeifahren können und weiterhin stolz auf das sein, was wir gemeinsam geschaffen haben“, so Marco.

In 3 Kwartier kommen diese Ziele zusammen. Luce, Maranello und Forno geben den Gebäuden eine eigene Identität, während das Zusammenspiel von Backstein, Mauerwerksverbänden und Detaillierung sie dauerhaft miteinander verbindet.

Quelle: Architectura