Projektinformationen
Architekt
Rudy Vereecke
Standort
Dixmude
Baujahr
1964

In der Liste der ikonischen Gebäude mit Nelissen-Steinen steht der Yserturm ganz oben. Nach dem Ersten Weltkrieg war jeder kriegsmüde. Um den Gedanken „Nie wieder Krieg“ zu symbolisieren, wurde 1925 der Yserturm errichtet. Doch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zerstörten zwei Anschläge das Friedenssymbol und die Gedenkstätte für die Gefallenen in Diksmuide. Zwischen 1952 und 1964 bauten Arbeiter einen neuen, 84 Meter hohen Turm. Die damalige Tochtergesellschaft von Nelissen aus Tienen lieferte hierfür alle Verblender. Und 30 Jahre später durfte das Werk in Kesselt die Steine für die Restaurierung liefern. Die Grundlage dafür bildete die Hartnäckigkeit von Pol Grutman (76) aus Alken, der 35 Jahre als Vertreter den familiären Ansatz von Nelissen verkörperte.

„Welche Taktik ich als Vertreter angewandt habe? Ach, einfach mein breites Netzwerk nutzen und die Kunden verwöhnen. Das ist das einzige Geheimnis“, vertraut uns Pol Grutman an. „Ich nahm regelmäßig Kontakt auf und hielt Augen und Ohren immer offen. So lief es auch beim Yserturm. Über einen gemeinsamen Bekannten kam ich zu Rudy Vereecke, dem Architekten, der die Renovierung leitete. Ich lud ihn zum limburgischen ‚Muschelkönig‘ in Tongeren ein. Danach plauderten wir bei mir zu Hause bei einem Whisky weiter. So kam der Stein ins Rollen.“

Zusammenarbeit im „Hausrestaurant“ besiegelt

„Genau wie Pol liebte ich es, Zusammenarbeit am Tisch zu besiegeln“, erzählt Gaston Nelissen, prominentes Mitglied der dritten Generation. „Deshalb lud ich Kunden gerne ins Château Neercanne ein, direkt an der Grenze zwischen Riemst und Maastricht. Das entwickelte sich fast zu unserem Hausrestaurant.“ Rudy Vereecke erinnert sich noch lebhaft daran: „Ich habe schöne Erinnerungen an dieses Essen, obwohl es mittlerweile schon 25 Jahre her ist. Es macht den familiären Kundenansatz von Nelissen greifbar.“

LKW-Kolonne nach Diksmuide

„Das ursprüngliche Lastenheft für den zweiten Yserturm von 1952 zeigte uns, dass Nelissen 350.000 Backsteine lieferte“, fährt der westflämische Architekt fort. „Ich selbst arbeitete damals noch nicht im Unternehmen“, sagt Gaston Nelissen. „Aber ich hatte die beeindruckenden Geschichten gehört und die Fotos der langen LKW-Kolonne gesehen, randvoll mit Backsteinen für den Yserturm.“

Ziegel nach Maß des Originals

„Für die Restaurierung war es naheliegend, sich wieder für die Ziegelfabrik aus Kesselt zu entscheiden. Es ging darum, dem Original so nah wie möglich zu kommen“, erklärt Rudy Vereecke. „Aber dieser spezifische Stein war nicht mehr in Produktion. Deshalb baten wir darum, speziell für den Yserturm einen neuen Stein herzustellen — basierend auf dem ‚Maas-Stein‘: ein handgeformter, rotbrauner und gut durchgebrannter Stein. Einer, der zudem gegen Frost, Wind und Wetter beständig ist. Wir wurden in Kesselt mit offenen Armen empfangen. Und Gaston war sofort bereit, diesen identischen Stein zu produzieren, auch wenn der Auftrag relativ klein war.“

Neue Restaurierung mit Nelissen-Steinen

„Inzwischen sind wir wieder 30 Jahre weiter“, sinniert Rudy Vereecke. „Es ist Zeit für eine zweite Renovierung. Und auch dafür greifen wir erneut auf Nelissen zurück.“ Er wurde als Architekt beauftragt, die Restaurierung zu koordinieren: „Betrachten Sie Nelissen ruhig als den Hauslieferanten der Verblender für den Yserturm.“ Und das aus dem Mund von Rudi Vereecke, dem Hausarchitekten des IJzerbedevaartcomité — Eigentümer und Verwalter des denkmalgeschützten Monuments an der Yser.