Projektinformationen
Architekt
Bruno Callaert
Standort
Sint-Katelijne-Waver
Baujahr
2025
Verwendete Produkte

Für ein neues Bürogebäude in Sint-Katelijne-Waver suchte Ingenieur-Architekt Bruno Callaert nach einem Fassadenmaterial, das zugleich ausdrucksstark, zeitlos und nachhaltig ist. Seine Wahl fiel auf den DUBIO-Verblender von Nelissen Ziegeleien, entworfen vom Designer Roel Vandebeek. In diesem Interview berichtet er über die architektonischen Entscheidungen, den technischen Mehrwert des Ziegels und warum diese Anwendung für ihn nicht bei einem einzigen Projekt bleiben wird.

„Der Bauherr ist ein lokales KMU im Bereich Lohnadministration, das in kurzer Zeit enorm gewachsen ist“, beginnt Bruno Callaert. „Von zwei Mitarbeitern auf 15 – diese Dynamik sollte auch im Gebäude spürbar sein. Gleichzeitig befinden wir uns an einer typisch flämischen Verbindungsstraße mit Streubebauung und einer Industriebäckerei sowie einem Café als Nachbarn. Maßstab und Materialien mussten darauf abgestimmt sein, damit das Gebäude in die Umgebung passt – es durfte aber durchaus auf positive Weise herausstechen.“

Das Gebäude wurde daher stufenweise in drei Ebenen aufgebaut, mit einem zurückspringenden Dachgeschoss und einem auskragenden ersten Stock. „Der Eingang ist bewusst nicht monumental gestaltet, aber durch den Überstand entsteht dennoch eine klare Orientierung. Es sind kleine Gesten, die wirken, ohne aufdringlich zu sein.“

Lebendiger Ziegel mit vielen kreativen Möglichkeiten

Bei der Wahl des Verblenders war sich Callaert schnell sicher: „Ich suchte nach einem Material, das nicht blass wirkt, sondern Tiefe verleiht. Der rote DUBIO-Ziegel (Salto) von Nelissen hat eine schöne, geflammte Nuance und eine natürliche Ausstrahlung. Aus der Nähe sieht man echtes Leben in dieser Fassade.“

Die Verarbeitung im wilden Verband in Kombination mit den unterschiedlich orientierten Schattenlinien in den Ziegeln sorgt für ein Schattenspiel, das die Fassade visuell belebt. „Diese Schattenlinien sind für mich kein Effekt um des Effekts willen, sondern ein Mittel, den Rhythmus im Mauerwerk subtil zu beeinflussen. Besonders in Kombination mit der feinen Klebefuge von 3 bis 6 mm entsteht eine raffinierte Textur. Dieser Verblender lässt viel Kreativität zu.“

Das Obergeschoss fällt durch die vertikale Anordnung der Verblender und eine graue Farbvariante ins Auge. „Die Ausführung war etwas knifflig, aber das Ergebnis lohnt sich: Diese Ebene erhält einen ganz eigenen Charakter und bricht das Volumen auf angenehme Weise auf.“

Die puffernde Kraft der Masse

Auch technisch erfüllt das Gebäude die heutigen Anforderungen in hohem Maße. „Wir haben uns für eine klassische zweischalige Wand mit einer dicken Dämmschicht entschieden, ergänzt durch Solarpaneele und eine Wärmepumpe. Das Ergebnis ist ein E-Wert von 18 – für ein Nichtwohngebäude ist das wirklich ein starkes Ergebnis.“

Besonders verweist Callaert jedoch auf die thermische Trägheit des Mauerwerks. „Gerade in heißen Sommern merkt man den Unterschied. Die massive Ziegelfassade hält die Wärme draußen und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Dieser Aspekt wird im Vergleich zu leichten Fassadensystemen manchmal unterschätzt.“

Auch in budgetsensiblen Kontexten einsetzbar

Die positiven Erfahrungen mit DUBIO beschränken sich nicht auf dieses Büroprojekt. „Ich arbeite derzeit an zwei kleineren Sozialwohnungsprojekten, bei denen wir wieder mit diesem Verblender arbeiten. Eines in einem ähnlichen Rotton, ein anderes ausschließlich mit einer hellen Variante. In beiden Fällen suchen wir nach einem zeitgemäßen Ausdruck innerhalb eines straffen Budgets.“ Diese Projekte zeigen, dass der DUBIO-Ziegel nicht nur ästhetisch und technisch überzeugt, sondern auch in budgetsensiblen Kontexten einsetzbar ist – ohne Abstriche bei Qualität oder Ausstrahlung.

Nachhaltig und ästhetisch auf lange Sicht

Callaert schließt ab: „DUBIO altert schön und behält seinen Charakter. Ein Vergleich aktueller Fotos mit denen aus der Bauzeit 2021 bestätigt das: kaum Verwitterung, keine Verfärbung. Das ist für mich der ultimative Test. Ich möchte auch in fünf oder zehn Jahren noch stolz auf eine Ziegelfassade sein. Dann weiß man, dass man die richtige Wahl getroffen hat.“