Projektinformationen
Architekt
DMOA architecten
Standort
Heverlee
Baujahr
2025
Verwendete Produkte

In Heverlee, entlang der Celestijnenlaan, wurde kürzlich The Hive fertiggestellt – ein bemerkenswertes Neubauprojekt des Bauteams Gebroeders Caelen, DMOA Architekten und Immo Terbank. Das Projekt umfasst 20 Wohnungen, 2 Geschäftseinheiten, eine Tiefgarage, einen großzügigen Gemeinschaftsgarten und einen eleganten gemeinsamen Gartenpavillon. Was The Hive wirklich auszeichnet, ist das außergewöhnliche Mauerwerk, das zweifellos zu den Blickfängern gehört.

Von Anfang an war klar, dass die Ziegel und die verwendeten Mauerwerksverbände wesentlich zur Ausdruckskraft des Projekts beitragen würden. In den Fassaden wurden nicht weniger als sieben verschiedene Verbände eingesetzt, die zusammen ein starkes visuelles Statement bilden.

Technische Herausforderung

Die Entscheidung für unterschiedliche Mauerwerksverbände in Kombination mit der besonderen Bauweise brachte nicht nur ein beeindruckendes ästhetisches Ergebnis, sondern stellte das Team auch vor technische Herausforderungen.
„Bei diesem Projekt war fast nichts Standard“, erzählen Martijn und Rudy von den Gebroeders Caelen. „Gerade oder ‘normale’ Wände findet man kaum. Stattdessen gibt es viele Fünfecke, Sechsecke – daher der Name The Hive, als Anspielung auf den Bienenstock – und sogar gelegentlich ein Achteck.“

Diese komplexen Formen erforderten maßgeschneiderte Lösungen und handwerkliches Können. „Es war auf jeden Fall eine Herausforderung, aber alles ist reibungslos verlaufen. Das Ergebnis ist ein Gebäude mit einer einzigartigen Ausstrahlung, das die Verbindung von präzisem Handwerk und moderner Bautechnologie perfekt widerspiegelt.“

Laut den Gebroeders Caelen gehört The Hive zu ihren bisher schönsten Projekten. „Das ist ein Projekt, das man so schnell nicht vergisst. Alles kam zusammen: das Handwerk, die Herausforderungen und das Endergebnis.“

Benjamin Denef (DMOA Architekten) über die Wahl des Ziegels

Benjamin Denef, Dipl.-Ing. Architekt und Geschäftsführer von DMOA Architekten, ist seit Jahren ein überzeugter Verfechter des Ziegels. „Ziegel ist ein Urmaterial“, sagt er. „Er hat etwas Zeitloses und sieht auch nach Jahrzehnten noch gut aus. Ich habe viel mit anderen Materialien wie Beton und Putz gearbeitet, aber Ziegel ist für mich eines der zugänglichsten Baumaterialien.“

Ästhetisch und funktional

Bei The Hive war die Wahl des Ziegels sowohl ästhetisch als auch funktional begründet. „Der Bauherr hatte ein bestimmtes Budget und wollte einen erschwinglichen roten Ziegel, der zur umliegenden Nachbarschaft passt“, erklärt Benjamin. So fiel die Wahl auf den Klampsteen Kesselt von Nelissen Ziegeleien.

„Wir wollten nicht einfach nur traditionelles Mauerwerk verwenden. Da der Ziegel selbst schon eher ‘klassisch’ war, durfte die Verarbeitung ruhig etwas auffälliger sein. Deshalb haben wir verschiedene Mauerwerksverbände eingesetzt und offene sowie geschlossene Claustra-Elemente ergänzt, um der Fassade zusätzliche Struktur, Tiefe und Dekoration zu verleihen.“

In diesem Projekt übernimmt der Ziegel auch eine tragende Funktion. „Es handelt sich um eine massive, selbsttragende Fassade, die verschiedene Gebäudeteile stützt. Deshalb haben wir massive Wände im flämischen Verband – doppelt gemauert – ausgeführt, sodass die Stege und Terrassen direkt auf dem Ziegelmauerwerk ruhen konnten, anstatt im inneren Tragwerk verankert zu werden.“

Zirkularität

Neben den ästhetischen und strukturellen Aspekten spielte auch Nachhaltigkeit eine Rolle. „Aufgrund seiner langen Lebensdauer ist der Ziegel für mich ein nachhaltiges Produkt. Außerdem haben wir – wegen der doppelten Ziegelstärke – einen Kalk-Bastardmörtel verwendet. Das ermöglicht eine leichtere Wiederverwendung der Ziegel bei einem möglichen Rückbau in der Zukunft – ein Pluspunkt im Sinne der Zirkularität. Zementmörtel hingegen führt beim Rückbau häufiger zu beschädigten Ziegeln“, so der Architekt abschließend.

Pictures: Cindyvdlphotography